Die sanfte Kunst des Teishins

Im ersten Kapitel des Ling Shu erfahren wir, dass es klassischerweise neun verschiedene Arten von Nadeln gab, nicht nur den Typ, den wir heute verwenden.

Eine dieser anderen Nadeln war der Teishin (Chinesisch: Dizhen). Dieses seltsame Werkzeug sieht ein bisschen aus wie ein Zahnstocher aus Metall und wird nur auf der Körperoberfläche verwendet. Es gibt keinen Teishin aus der Han-Ära, aber wir wissen, wie er geformt war und wie lang er war. Moderne Kunsthandwerker in Japan und im Westen haben neue Teishin-Designs produziert.

Nach der Han-Dynastie wurde dieses Werkzeug in China nicht mehr verwendet, aber in den letzten 200 bis 300 Jahren schlich es sich in Japan langsam in die Kliniken vieler Praktizierender zurück, wobei vor allem in den letzten Jahrzehnten neue Techniken entwickelt wurden. Ursprünglich wurde es nur bei Kindern angewendet, aber jetzt befindet sich Japan in einem Teishin Hype und zahlreiche prominente Praktizierende haben das invasive Nadeln komplett aufgegeben. Der Teishin hat sich bei der Behandlung von psychisch-emotionalen Zuständen wie Angst, Depressionen und PTBS als besonders wertvoll erwiesen.

Bob Quinn, DAOM (Doctor of Acupuncture and Oriental Medicine), lehrt hauptberuflich an der School of Classical Chinese Medicine der National University of Natural Medicine in Portland, Oregon. Er arbeitet seit 20 Jahren in seiner Praxis mit einem Schwerpunkt auf Pädiatrie und der Behandlung von chronischer Borreliose.

Bob gilt in Nordamerika als einer der führenden Lehrer des Sotai-Systems für neuromuskuläre Umerziehung von Dr. Hashimoto Keizo in Nordamerika.
Darüber hinaus leitet er seit elf Jahren ein Seminar-Hosting- Unternehmen, das auf traditionelle japanische Medizin spezialisiert ist. Dies gab ihm die Möglichkeit, bei zahlreichen japanischen Meistern zu studieren und fortlaufende Beziehungen zu ihnen aufzubauen.

Von besonderem Interesse für dieses Seminar ist seine achtjährige Beziehung zu Iwashina Anryu Sensei aus Morioka, Japan. Herr Iwashina ist ein berühmter blinder Praktizierender, der seit fast 30 Jahren nur Teishin bei seinen Behandlungen verwendet. Zuvor arbeitete er 13 Jahre im Toyohari- Stil und arbeitete direkt mit Fukushima Kodo, einem der Gründer des Stils, zusammen.

1 Tag / 3. März 2020
Max. 12 Teilnehmer*innen / Kosten CHF 200.- / Leitung: Bob Quinn